Forschungskooperationen

Bildung, die bewegt
FORSCHUNGS-KOOPERATION MIT UNIVERSITÄT UTRECHT
Sozial inklusive Klima-Kommunikation und transformative Bildungsarbeit
Februar - April 2026
Wie können junge Menschen, die von klassischen Klimaschutzgruppen ausgeschlossen sind, zu aktiven Gestalter*innen einer nachhaltigen Zukunft werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt eines transdisziplinären Forschungsprojektes zwischen Talking Hope und Studierenden des Copernicus Institute for Sustainable Development der Universität Utrecht.
Im Rahmen ihres dreimonatigen Abschlussprojektes im Studiengang “Global Sustainability Science” untersuchte ein Team von acht Studierenden in zwei Gruppen, wie Klimakommunikation und transformative Bildungsansätze zusammengedacht werden können, um junge Menschen aus benachteiligenden Umfeldern zu mehr Engagement für eine nachhaltige Zukunft zu motivieren.
Forschungsreview und Best-Practice-Studien
Die Student*innen werteten den Stand der wissenschaftlichen Forschung in den Feldern Kommunikation und Bildungsarbeit durch ein systematisches Literraturreview aus. Sie führten außerdem qualifizierte Interviews über “Best Practices” mit fünf Graswurzelorganisationen im Bereich Klima- und Bildungsarbeit in Deutschland und den Niederlanden durch.
Ihre Ergebnisse stärken und erweitern den Arbeitsansatz von Talking Hope als Fachorganisation für sozial inklusive Klimakommunikation und Bildungsarbeit: Junge Menschen insbesondere aus sozial benachteiligenden Umfeldern sind keinesfalls desinteressiert an Klimaschutz und Politik.
Was jedoch fehlt, sind Ansprachen und Initiativen, die junge Menschen in ihren eigenen Lebenswelten treffen, Vertrauen aufbauen und Selbstwirksamkeit stärken. Vertrauensaufbau und echte Partizipation wiederum sind die Schlüssel, um echte Handlungsfähigkeit und zivilgesellschaftliches Engagement für Klimaschutz und Demokratie bei jungen Menschen zu fördern.
„Die Arbeit mit Talking Hope in den vergangenen Monaten war lehrreich und hat gleichzeitig viel Spaß gemacht! Es ist ermutigend zu sehen, dass es Organisationen gibt, denen junge Menschen so wichtig sind und die das Potenzial unserer Generation und der kommenden so ernstnehmen. Ich bewundere die Art und Weise, wie Talking Hope versucht, den Klimadiskurs von Katastrophe zu Hoffnung zu wenden – indem sie jungen Menschen und denjenigen, die sie begleiten und bilden, konkrete Fähigkeiten und Werkzeuge mitgeben. Es war sehr wichtig für mich zu sehen, welche Arbeit geleistet werden kann, die wirklich einen spürbaren Wandel bewirkt."
Teresa Grandoni, Projekt-Teilnehmerin 2026
Was Klimakommunikation aus der Bildungsarbeit lernen kann
Die Klimakommunikation kann hierbei gerade aus Ansätzen des transformativen Lernens und der Bildungsarbeit lernen: Das Projekt identifizierte vier Kernprinzipien, die Grundbedingung für die Entfaltung von Selbstwirksamkeit und Engagement bei jungen Menschen sind:
- Niedrigschwellige, kollaborative und partizipative Räume – Barrieren abbauen, die benachteiligte Jugendliche von Engagement-Räumen ausschließen
- Verankerung in gelebten Alltagserfahrungen – Klimathemen persönlich erfahrbar machen, statt sie abstrakt zu vermitteln
- Emotionszentrierte Reflexion als Ausgangspunkt für kollektives Handeln – Gefühle (z. B. Klimaangst) verarbeiten und in Motivation für kollektives Handeln umwandeln
- Systemisches Wissen und handlungsorientierte Kompetenzen – sowohl Verständnis für Klimazusammenhänge als auch praktische Fähigkeiten zum Handeln vermitteln
„Die Arbeit an unserem Beratungsprojekt mit Talking Hope war wirklich eine tolle Erfahrung – gleichzeitig spannend, herausfordernd und lehrreich. Talking Hope hat mir wertvolles Wissen mitgegeben, und während des Projekts habe ich so vieles erfahren, dass mir Hoffnung für die Zukunft macht. Ich habe eine Menge gelernt und geforscht zum Thema Jugend-Empowerment, aber was das Beste war: Ich selbst bin durch dieses Projekt stärker und handlungsfähiger geworden!"
Oskar Olsson, Projekt-Teilnehmer 2026
Die Studierenden definierten auf Basis ihrer Interviews außerdem Vorschläge für Praxisansätze, die Jugendliche darin unterstützen, schrittweise vom Publikum zur treibenden Kraft in Fragen des Klimaschutzes und der Zukunftsgestaltung zu werden.
- Handlungsorientiertes Storytelling – Narrative mit Menschen und realen Situationen, die Teilnehmenden helfen, eigene Erfahrungen zu verarbeiten und Handlungsfähigkeit zu entwickeln
- Künstlerische Ansätze – Kreative Methoden (Theater, Musik, Film), die niedrigschwellig zugänglich sind und Selbstreflexion fördern
- Dialoge und Reflexionsräume – Kommunikative Räume, in denen ein gemeinsames Klimaverständnis aufgebaut wird
- Interaktives und ko-designtes Lernen – Demokratische Strukturen, in denen junge Menschen schrittweise vom Publikum zu Mitgestalter:innen und Initiator:innen werden
„Die Zusammenarbeit mit Talking Hope war wirklich eine tolle und inspirierende Erfahrung. Während des Projekts habe ich so viel darüber gelernt, wie junge Menschen im Klimaschutz gestärkt werden können – und was Talking Hope dazu leistet. Mit ihnen an einem Thema mitzuarbeiten, das gerade jetzt so wichtig ist, hat sich wirklich bedeutsam angefühlt und es war eine riesige Lernerfahrung!"
Marit Eißing, Projekt-Teilnehmer 2026
Was dieses Projekt besonders macht und Talking Hope’s Framework für sozial inklusive (Klima-)Kommunikation um wertvolle Einsichten erweitert: Es verbindet zwei Felder, die meist getrennt operieren — Kommunikation und transformative Bildung. In unserer weiteren Projektarbeit führen wir dies nun auch methodisch zusammen.
Danke!
Wir freuen uns über die hervorragende Arbeit von Janne Verweij, Teresa Grandoni, Javier Alvaro Porras, Felix K. Walsh, Sascha A. Jonker, Marit G. H. Eißing, Oskar A. Olsson, Paula M. Korn. Ebenso danken wir Prof. Dr. Brian Dermody und Supervisorin Beth für die gute Begleitung!





