{"id":25391,"date":"2025-11-24T17:57:58","date_gmt":"2025-11-24T16:57:58","guid":{"rendered":"https:\/\/talking-hope.org\/?p=25391"},"modified":"2025-11-24T22:58:48","modified_gmt":"2025-11-24T21:58:48","slug":"after-cop30-time-to-step-up","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/talking-hope.org\/de\/after-cop30-time-to-step-up\/","title":{"rendered":"After COP30 &#8211; Time to step up"},"content":{"rendered":"<div class=\"gb-container gb-container-732e7198\">\n<div class=\"gb-container gb-container-d4d67ecc\">\n\n<h1 class=\"gb-headline gb-headline-55dce7ce gb-headline-text\">NACH COP30: <br>ZEIT F\u00dcR DIE ZIVILGESELLSCHAFT<\/h1>\n\n\n<div class=\"gb-container gb-container-76cc3f62\"><\/div>\n\n\n<h2 class=\"gb-headline gb-headline-5dabda2f gb-headline-text\"> <\/h2>\n\n<\/div>\n<\/div>\n\n<div class=\"gb-container gb-container-8a1dfe02\">\n<div class=\"gb-container gb-container-923a08a4\">\n<div class=\"gb-container gb-container-77f86f1e\">\n\n<figure class=\"gb-block-image gb-block-image-61ca27c0\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"100\" height=\"100\" class=\"gb-image gb-image-61ca27c0\" src=\"https:\/\/talking-hope.org\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/earth.svg\" alt=\"\" title=\"earth\"\/><\/figure>\n\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"gb-shapes\"><div class=\"gb-shape gb-shape-1\"><svg xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewbox=\"0 0 1200 350\" preserveaspectratio=\"none\"><path d=\"M1200 350V0C22.4 60.3 0 336.7 0 336.7V350h1200z\"\/><\/svg><\/div><\/div><\/div>\n\n<div class=\"gb-container gb-container-82c316e6\">\n<div class=\"gb-container gb-container-300056bd\">\n<div class=\"gb-container gb-container-3faa05af\">\n\n<h1 class=\"gb-headline gb-headline-a4669590 gb-headline-text\">ZEIT, DEN DRUCK ZU ERH\u00d6HEN<\/h1>\n\n\n\n<p class=\"gb-headline gb-headline-7894655d gb-headline-text\"><strong>COP30 und der Mut weiterzureden<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"popmake-20760\"><em>Von Eva-Maria McCormack<\/em><\/p>\n\n<\/div>\n\n\n<p><em>Die COP30 in Bel\u00e9m hat best\u00e4tigt: Die Zeit, einfach auf das n\u00e4chste globale Klimaabkommen zu warten, ist vorbei. Eine neue Phase hat begonnen \u2014 gepr\u00e4gt von plurilateralen Initiativen, von \u201eKoalitionen der willigen\u201c Regierungen und Akteur:innen, die schneller vorankommen k\u00f6nnen als die Klimaverhandlungen der Vereinten Nationen. Diese Verschiebung ist bedeutsam. Aber je st\u00e4rker sich die Klimadiplomatie auf kleinere Formate verlagert, desto wichtiger, nicht unwichtiger, wird der Druck aus der Zivilgesellschaft und von der Basis.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fortschritt: Die bescheidenen Erfolge der COP30<\/strong><br>Es gab einige bescheidene Fortschritte beim j\u00fcngsten Weltklimagipfel in Bel\u00e9m: Angesichts der ver\u00e4nderten geopolitischen Realit\u00e4ten war es bereits ein Erfolg, dass alle 195 Delegationen am Tisch blieben und \u00fcberhaupt eine gemeinsame Erkl\u00e4rung verabschiedeten. Auch die starke Pr\u00e4senz indigener Delegationen und zivilgesellschaftlicher Gruppen war ein Gewinn - erst recht, wenn man bedenkt, dass immerhin <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/environment\/2025\/nov\/14\/fossil-fuel-lobbyists-cop30\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/environment\/2025\/nov\/14\/fossil-fuel-lobbyists-cop30\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">jeder vierte Teilnehmende<\/a><\/a> auf der COP ein Lobbyist der fossilen Industrie war.<\/br><\/br> Bemerkenswerterweise werteten einige Beobachter die Abwesenheit der USA  \u2014 des weltgr\u00f6\u00dften Verschmutzers \u2014 sogar als \u201eGl\u00fcck im Ungl\u00fcck\u201c: Das Fehlen der Trump-Regierung habe die Stimme der fossilen Lobby in Bel\u00e9m geschw\u00e4cht, urteilte Srinivas Krishnaswamy, CEO der indischen Vasudha Klima-Stiftung bei einem Briefing der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Ausw\u00e4rtige Politik ( <a href=\"https:\/\/350.org\/all-you-need-to-know-about-the-outcome-of-cop30\/?utm_source=chatgpt.com\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><a href=\"https:\/\/dgap.org\/en\/events\/belem-and-beyond-cop30-and-future-global-climate-action\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">DGAP<\/a><\/a> ) zum Abschluss der Konferenz.<\/br><\/br>\n\nEs gab zudem konkrete Erfolge: Der neu geschaffene Bel\u00e9m Action Mechanism (BAM) verankert das Prinzip eines \u201eGerechten Wandels\" zur Klimaneutralit\u00e4t in der globalen Klimapolitik. Das ist ein Durchbruch. Verbesserungen in der Anerkennung <a href=\"https:\/\/dgap.org\/en\/events\/belem-and-beyond-cop30-and-future-global-climate-action\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><a href=\"https:\/\/350.org\/all-you-need-to-know-about-the-outcome-of-cop30\/?utm_source=chatgpt.com\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">indigener Rechte und im Schutz besonders gef\u00e4hrdeter Gemeinschaften<\/a> sind ein weiteres wichtiges Signal. Und die auf dem Gipfel angek\u00fcndigte \"Tropical Forests Forever Facility\" (TFFF), die 125 Milliarden US-Dollar f\u00fcr den Erhalt tropischer W\u00e4lder mobilisieren soll, ist ein wichtiger Schritt<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><h4><\/h4><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Stillstand: Wo Bel\u00e9m scheiterte<\/strong><br>Auf der anderen Seite aber hat COP30 schlicht nicht geliefert, was n\u00f6tig w\u00e4re, um die Klimakrise einzud\u00e4mmen. Ja, der Vormarsch erneuerbarer Energien ist spektakul\u00e4r. Sie sind wettbewerbsf\u00e4hig, st\u00e4rken lokale \u00d6kosysteme und machen Energiesysteme unabh\u00e4ngiger \u2013 wie Kira Vinke im DGAP-Briefing treffend bemerkte. Ein Zur\u00fcck gibt es definiv nicht mehr. <\/br><\/br>\n\nTrotzdem haben die Delegationen in Bel\u00e9m es nicht geschafft, sich auf einen verbindlichen Fahrplan f\u00fcr den Ausstieg aus fossilen Energien zu einigen. Die bereitgestellten Gelder f\u00fcr Klima-Anpassungsma\u00dfnahmen bleiben besch\u00e4mend gering.<\/p>\n\n\n\n<p>Viele Menschen an den Frontlinien der Klimakrise bleiben wieder einmal zur\u00fcck - mit Unsicherheit statt echter Unterst\u00fctzung. \u201eIn Bel\u00e9m haben die reichen L\u00e4nder ihre unertr\u00e4gliche Heuchelei offen zur Schau gestellt: Sie verlangen mehr Einsatz von denen, die die Klimakrise am wenigsten verursacht haben \u2013 w\u00e4hrend sie sich weiterhin weigern, ihre historische Klimaschuld zu begleichen\u201c, brachte es Fanny Petitbon von der internationalen Klimaorganisation <a href=\"https:\/\/350.org\/press-release\/cop30-ends-with-new-promises-but-no-plan-to-deliver-fossil-fuel-phase-out-and-adaptation-finance-still-inadequate\/?utm_source=chatgpt.com#\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">350.org<\/a> schonungslos auf den Punkt.<\/p>\n\n\n<div class=\"gb-container gb-container-db0501c4\">\n\n<figure class=\"gb-block-image gb-block-image-fdf02117\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"945\" height=\"501\" class=\"gb-image gb-image-fdf02117\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/talking-hope.org\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/COP30_Simon_10Nov25_Credit-KiaraWorth.jpg?resize=945%2C501&#038;ssl=1\" alt=\"\" title=\"COP30_Simon_10Nov25_Credit KiaraWorth\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/talking-hope.org\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/COP30_Simon_10Nov25_Credit-KiaraWorth.jpg?w=945&amp;ssl=1 945w, https:\/\/i0.wp.com\/talking-hope.org\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/COP30_Simon_10Nov25_Credit-KiaraWorth.jpg?resize=300%2C159&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/talking-hope.org\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/COP30_Simon_10Nov25_Credit-KiaraWorth.jpg?resize=768%2C407&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/talking-hope.org\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/COP30_Simon_10Nov25_Credit-KiaraWorth.jpg?resize=18%2C10&amp;ssl=1 18w\" sizes=\"auto, (max-width: 945px) 100vw, 945px\" \/>\n<figcaption class=\"gb-headline gb-headline-9cfb5397 gb-headline-text\">UN-Klimachef Simon Stiell bei der Er\u00f6ffnung des Plenums der COP30 in Bel\u00e9m, Brasilien, am Montag, 10. November 2025. (Foto: Kiara Worth)<\/figcaption>\n<\/figure>\n\n<\/div>\n\n\n<p><strong>Das neue Zeitalter der Klimapolitik: Plurilateralismus, sein Versprechen \u2013 und sein Preis<\/strong><br>Gleichzeitig er\u00f6ffnete Bel\u00e9m einen neuen Trend:  W\u00e4hrend auf der COP-Ebene die gro\u00dfe Ambition ausblieb, wurde \"Plurilateralismus\u201c das neue Schlagwort der internationalen Klimapolitik - also Initiativen, die nicht auf alle warten, sondern von einer \u201eKoalition der Willigen\u201c auf staatlicher oder anderer Ebene vorangetrieben werden. Vom Just-Transition-Mechanismus \u00fcber die Tropical Forests Forever Facility (TFFF) bis hin zu neuen S\u00fcd-S\u00fcd-B\u00fcndnissen und regionalen Allianzen: Plurilaterale Formate werden zu Experimentierfeldern, in denen Klimaschutz getestet \u2013 und \u00fcberraschend oft geliefert \u2013 wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Das kann ein echter Vorteil sein. Kleine Gruppen k\u00f6nnen, was 198 Staaten kaum schaffen: Tempo machen. Wenn einige vorpreschen, kann dies mehr Beweglichkeit, weniger Stillstand und mehr Raum f\u00fcr neue Ideen bedeuten.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch der Preis daf\u00fcr kann hoch sein: Wenn Entscheidungen in kleinere R\u00e4ume verlagert werden, dominieren oft die Lautesten \u2013 und die Schw\u00e4chsten, die am meisten zu verlieren haben, bleiben au\u00dfen vor. Der Trend zum Plurilateralismus kann schnell auch ein Weg zu weniger demokratischer Beteiligung und \u00f6ffentlicher Kontrolle werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Jetzt ist die Zeit f\u00fcr die Zivilgesellschaft.<\/strong><br>Zivilgesellschaft, gesellschafliche Gruppen, die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger laufen Gefahr, zu Zuschauenden dieser Verhandlungsprozesse zu werden \u2013 statt sie mitzugestalten. Der Wechsel zu plurilateralen Mechanismen bedeutet: Wir k\u00f6nnen uns nicht mehr darauf verlassen, dass nationale Regierungen \u201evon oben\u201c die gro\u00dfen Entscheidungen f\u00fcr uns treffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Deshalb ist gerade jetzt der Moment, in dem die Zivilgesellschaft nach vorn treten muss und nicht zur\u00fcck. Bei Talking Hope verstehen wir Hoffnung als Entscheidung, ins Offene zu handeln und aktiv zu werden \u2013 gerade dann, wenn die Zukunft unsicherer denn je erscheint.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn sich die internationale Klimapolitk in neue, \"pluralistische\" R\u00e4ume verlagert, darf die Gesellschaft nicht drau\u00dfen blieben. Wir m\u00fcssen mobilisieren, uns vernetzen, uns einmischen \u2013 und vor allem jene Stimmen st\u00e4rken, die sonst systematisch \u00fcberh\u00f6rt werden. Dazu geh\u00f6ren vor allem marginalisierte Gruppen, Menschen, die unter sozialer Benachteiligung leiden, und all jene, die keine starke Lobby hinter sich haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-var-aubergine-color has-text-color\"><strong>Miteinander Reden ist ein politischer Akt.<\/strong><br>Die Klimakrise l\u00e4sst sich nur l\u00f6sen, wenn wir gleichzeitig soziale Gerechtigkeit st\u00e4rken, demokratische Teilhabe sichern und neue Wege finden, einander \u00fcber Unterschiede hinweg zu verst\u00e4ndigen. Diese Ziele sind weder \"soft\" noch nachrangig f\u00fcr das Gelingen der sozial-\u00f6kologische Transformation. Im Gegenteil: Sie sind Klimapolitik.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn Menschen aufh\u00f6ren, \u00fcber Differenzen hinweg zu sprechen, gewinnen fossile Interessen. Wenn Angst den Dialog \u00fcbert\u00f6nt,  schrumpft Gerechtigkeit. Und wenn die Politik an immer kleinere, exklusivere Tische wandert, dann muss Hoffnung hinaus auf die Stra\u00dfe \u2013 in Nachbarschaften, Caf\u00e9s, Busse, Klassenzimmer, \u00f6ffentliche Pl\u00e4tze und Wohnzimmer.<br><br>Je st\u00e4rker plurilaterale Klimapolitik w\u00e4chst, desto st\u00e4rker m\u00fcssen auch unsere pluralen Gesellschaften werden \u2013 laut, offen und demokratiefest.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-var-aubergine-color has-text-color\"><strong>Wir brauchen Druck - nicht Spaltung.<\/strong><br>Regierungen und Unternehmen, die \"plurilateralistisch\" handeln,  haben den Vorteil, schneller entscheiden und handeln zu k\u00f6nnen. Sie tun dies aber auch m\u00f6glicherweise mit weniger Transparenz und \u00f6ffentlicher Kontrolle. Damit die \"Koalition der Willigen\" wirklich mutig vorangeht, darf der \u00f6ffentliche Druck nicht nachlassen. Gerade jetzt braucht das eine Zivilgesellschaft, in der m\u00f6glichst viele Gruppen den Willen der Mehrheit nach Klimaschutz deutlich machen. Dazu z\u00e4hlt nicht nur die Klimaszene. Hier sind Gewerkschaften gefragt, Studierende, Alte wie Junge, kleine und gro\u00dfe Firmen, Glaubensgemeinschaften, St\u00e4dte mit vielen Menschen und Nachbarschaften mit wenigen. Kurz: Jede und Jeder von uns.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00d6ffentlicher Druck muss nicht unbedingt laut sein. Druck entsteht vor allem durch Gemeinschaft. Er w\u00e4chst, wenn wir mit Menschen sprechen, die anderer Meinung sind. Wenn wir ruhig, aber bestimmt fragen: \u201eWie wollen wir eigentlich leben?\nWelche Zukunft wollen wir unseren Kindern hinterlassen? Wer darf sie mitgestalten \u2014 und wer wird \u00fcbergangen?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Hoffnung ist kein Optimismus. Hoffnung ist Engagement.<\/p>\n\n\n<div class=\"gb-container gb-container-b8226261\">\n\n<figure class=\"gb-block-image gb-block-image-e2b2546d\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"945\" height=\"501\" class=\"gb-image gb-image-e2b2546d\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/talking-hope.org\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/54922447150_5ec42d1ddf_k.jpg?resize=945%2C501&#038;ssl=1\" alt=\"\" title=\"54922447150_5ec42d1ddf_k\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/talking-hope.org\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/54922447150_5ec42d1ddf_k.jpg?w=945&amp;ssl=1 945w, https:\/\/i0.wp.com\/talking-hope.org\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/54922447150_5ec42d1ddf_k.jpg?resize=300%2C159&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/talking-hope.org\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/54922447150_5ec42d1ddf_k.jpg?resize=768%2C407&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/talking-hope.org\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/54922447150_5ec42d1ddf_k.jpg?resize=18%2C10&amp;ssl=1 18w\" sizes=\"auto, (max-width: 945px) 100vw, 945px\" \/>\n<figcaption class=\"gb-headline gb-headline-21b2b40d gb-headline-text translation-block\">COP30-Pr\u00e4sidentschaftsdialog mit indigenen Gemeinschaften in <br>Bel\u00e9m, Brasilien, am 13. November 2025. (Credit Kiara Worth)<\/figcaption>\n<\/figure>\n\n<\/div>\n\n\n<p class=\"has-var-aubergine-color has-text-color\"><strong>Plurilateralismus kann Klimaschutz beschleunigen \u2014 aber soziale Gerechtigkeit verankert ihn.<\/strong><br>Auf dem Weltklimagipfel hallte eine Botschaft von Indigenen, Jugendbewegungen und Gruppen an den Frontlinien der Klimakrise immer wieder durch: \u201eWir k\u00f6nnen den Planeten nicht reparieren, ohne unseren Gesellschaftsvertrag zu reparieren.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>In der sozial-\u00f6kologischen Transformation geht es nicht nur um sauberere Technik, sondern auch um faire und inklusive Gesellschaften. Es geht darum, dass Arbeiter:innen Mitgestalter und nicht Opfer des Wandels sind. Es geht darum, dass die Rechte indigener Bev\u00f6lkerungsgruppen auch in der Praxis gelten und dass diejenigen, die W\u00e4lder, Wasser und B\u00f6den sch\u00fctzen, ins Zentrum r\u00fccken, statt am Rand zu stehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Plurilateralismus kann Klimaschutz beschleunigen \u2014 aber soziale Gerechtigkeit verankert ihn.<\/p>\n\n\n\n<p>Das gilt auch in Deutschland: f\u00fcr Menschen, die in der Energiewende um ihre Jobs f\u00fcrchten, f\u00fcr jene, die sich Anpassungsma\u00dfnahmen nicht leisten k\u00f6nnen, und f\u00fcr alle, die die Klimawende f\u00fcrchten, weil sie st\u00e4ndig h\u00f6ren, was sie \u201etun m\u00fcssen\u201c \u2014 aber kaum, wie Klimaschutz und Nachhaltigkeit ihr Leben verbessern k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-var-aubergine-color has-text-color\"><strong>Unser Aufruf: Weit einsteigen. Mutig sprechen. Gemeinsam gestalten.<\/strong><br>In Bel\u00e9m wurde deutlich, dass das Fenster f\u00fcr eine lebenswerte, nachhaltige Zukunft noch offen steht. Enger, ja. Aber offen. Und ob es sich nun weitet oder schlie\u00dft, h\u00e4ngt heute weniger von Gipfelerkl\u00e4rungen ab \u2013 sondern von dem, was zwischen ihnen passiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Geschichte hat immer wieder bewiesen: Jede gro\u00dfe gesellschaftliche Errungenschaft \u2013 ob das Ende von Sklaverei und Apartheid, ob die Rechte von Frauen oder Arbeiter:innen \u2013 wurde von unten erk\u00e4mpft. Regierungen sind selten Innovatoren. Sie reagieren vielmehr auf Druck, auf \u00f6ffentliche Stimmung, auf das, was sie f\u00fcr den Willen ihrer W\u00e4hler:innen halten.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch wie k\u00f6nnen wir weitergehen und unseren politischen \"Handabdruck\" vergr\u00f6\u00dfern, um Klimaschutz und echten Wandel weiter zu forcieren? Hier unser Appell.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Raus aus der Blase \u2014 echte Br\u00fccken bauen.<\/strong><br>Verbinden. Zuh\u00f6ren. Nachfragen: Ver\u00e4nderung entsteht, wenn wir unsere Komfortzonen verlassen. Reden wir mit Menschen, die z\u00f6gern oder die Welt anders sehen. Echte Gespr\u00e4che bringen uns weiter als jede Echokammer.<br><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Globale Ziele lokal anpacken.<\/strong><br>Vor Ort handeln \u2014 mit Blick auf die Welt. Plurilaterale Initiativen und Klimaclubs z\u00e4hlen nur, wenn wir sie vor Ort kritisch begleiten und unter Druck halten. Wir k\u00f6nnen in unseren Lebenswelten mobilisieren, im Job einmischen, Abgeordnete kritisch fragen: Wie wird der Wandel gerecht \u2014 und wer wird dabei geh\u00f6rt?<br><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Klimapolitik hei\u00dft Gerechtigkeit, Teilhabe und Gestaltungsmacht.<\/strong><br>Bestehen wir auf Rechten, Demokratie, Inklusion und Fairness. In der Klimapolitik geht es nicht nur um Emissionskurven und Wissenschaft \u2014 es geht um Menschen. Wer profitiert? Wer bleibt au\u00dfen vor? Eine gerechte Transformation entsteht erst, wenn wir als B\u00fcrger:innen sie einfordern.<br><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Nicht auf Held:innen warten \u2014 Bewegung sein.<\/strong><br>Die gro\u00dfen gesellschaftlichen Fortschritte kommen immer von unten: von Menschen, die sagten \u201eGenug jetzt\u201c. Wenn viele kleine Davids zusammenstehen, f\u00e4llt selbst der gr\u00f6\u00dfte Goliath. Werden wir zu Davids.<br><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Neue Institutionen kritisch begleiten \u2014 und sie ehrlich halten.<\/strong><br>Wenn  Klimapolitik vermehrt von \"Koalitionen der Willigen\" gestaltet wird, sind Transparenz, Verantwortung und Inklusion n\u00f6tig. Fordern wir Offenheit, klare Regeln und echte Gerechtigkeit \u2014 nicht nur gl\u00e4nzende Ank\u00fcndigungen. Die Zukunft h\u00e4ngt davon ab, dass wir hinschauen.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"has-var-aubergine-color has-text-color\"><strong>Hin zu einem neuen Gesellschaftsvertrag \u2014 nachhaltig, gerecht, gemeinsam.<\/strong><br>Lasst uns R\u00e4ume f\u00fcr echten Dialog schaffen \u2014 und gemeinsam Druck machen. Plurilateralismus muss nicht weniger Demokratie bedeuten, verlangt aber eine neue Form von Demokratie. Eine nachhaltige Zukunft sch\u00fctzt nicht nur die Erde als unser gemeinsames Zuhause. Sie er\u00f6ffnet auch die Chance auf eine gerechtere, sicherere und inklusivere Welt. Gerade jetzt, nach Bel\u00e9m, m\u00fcssen wir mehr miteinander sprechen.<\/p>\n\n\n<div class=\"gb-container gb-container-48f5c1a5\">\n<div class=\"gb-container gb-container-7a8bc1b1\">\n\n<p class=\"gb-headline gb-headline-e8bfe6ff gb-headline-text\">Diesen Beitrag teilen:<\/p>\n\n\n\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"gb-shapes\"><div class=\"gb-shape gb-shape-1\"><svg xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewbox=\"0 0 1200 194.3\" preserveaspectratio=\"none\"><path d=\"M1200 133.3l-50 8.9c-50 8.6-150 26.9-250 31.1-100 4.2-200-4.2-300-26.7S400 89.2 300 62.2C200 35.8 100 17.5 50 8.9L0 0v194.3h1200v-61z\"\/><\/svg><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Weltklimagipfel in Bel\u00e9m hat best\u00e4tigt: In der Klimadiplomatie hat eine neue Phase begonnen \u2014 gepr\u00e4gt von plurilateralen Initiativen, von \u201eKoalitionen der willigen\u201c Regierungen und Akteure, die schneller vorankommen k\u00f6nnen als die Vereinten Nationen. 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